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Freitag, 5. Juni 2015

Verbund im Sog der deutschen Konkurrenz

Die politischen Ereignisse waren in der letzten Zeit alles andere als rosig für unsere deutschen Energieversorger. Gestern wurde die Kernbrennstoffsteuer durch EuGH für rechtsgültig erklärt. Heute hat der norwegische Pensionsfond den Ausstieg aus Unternehmen beschlossen, deren Umsatz zu mehr als 30% auf Kohle basiert. Dies würde nach aktuellem Stand sowohl Eon, Rwe als auch Vattenfall betreffen und zieht folglich den ganzen Sektor der Energieversorger nach unten.

Diesem Trend folgend wirkten sich die Verluste auch kräftig auf Verbund aus. Ein klare Übertreibung des Marktes und ein Merkmal für dessen Ineffizienz. Die Betrachtungsweise nach Sektoren ist nun mal viel zu grobkörnig und beachtet nicht die Tatsache, dass Verbund über 90% seines Stroms mittels erneuerbarer Energien erzeugt.

Auch wird übersehen, dass die erwähnten politischen Ereignisse in erster Linie zwar negativ wirken, jedoch auch mittelfristig für steigende Strompreise sorgen könnten.

Sonntag, 15. März 2015

VERBUND AG - Geschäftsjahr 2014: Der kleine grüne Riese

Ich wollte bereits beim Erscheinen der 2014er Geschäftszahlen am Mittwoch, den 11.03.2015, ein Statement hierzu abgeben. Hab mir aber doch ein paar Tage zum Sacken gelassen.

Das Schlechte zuerst: Die VERBUND AG hat im vergangen Jahr insgesamt weniger Strom erzeugt, jedoch durch aktiven Handel mehr abgesetzt. Die Strompreise sind weiter gefallen, was sich im geminderten Umsatz niedergeschlagen hat. Die Dividende wurde von 0,55€ im Vorjahr auf 0,29€ gekürzt, was einem Abschlag von 47% entspricht. Dividendenorientierte Anleger dürfte dies in Scharen aus der VERBUND-Aktie treiben. Die Schlimmste der schlimmen Nachrichten ist aber der Ausblick auf das kommende Geschäftsjahr: Der Vorstand erwartet weiter sinkende Strompreise!

Zusammengenommen ist das schon ein harter Brocken, den es erst zu verarbeiten gilt.

Doch der Bericht enthält auch positive Aspekte, die einem nicht ins Auge fallen, wenn der Blick nur auf die erwähnten Zahlen fällt.

Da ist erstmal die Tatsache, dass trotz des schwierigen Marktumfeldes unterm Strich dennoch ein positives Ergebnis rauskommt, wo die deutschen Energieriesen Rekordverluste vorweisen. Der Ausblick des Vorstandes erwartet auch im kommenden Jahr keine Verluste.

Vor allem freut es mich, dass VERBUND den Anteil an erneuerbaren Energien konsequent ausbaut und die Erzeugung aus fossilen Quellen reduziert. So konnte der Anteil an Wasserkraft um 0.8% ausgebaut werden. Strom aus Wind- und Sonnenkraft konnte sogar um satte 43% im Verhältnis zum letzten Jahr gesteigert werden. Dafür hat man bei der Wärmekraft (Kohle- und Gas-Kraftwerke) merklich auf die Bremse gedrückt, hier erzeugte man fast um die Hälfte (-49,6%) weniger.


Erklärtes Ziel des Unternehmens ist es, bis 2020 eine 100% CO2-freie Stromerzeugung zu erreichen, was sowohl aus ökologischer als auch aus finanzieller Sicht eine kluge und weitsichtige Entscheidung ist.

Auch ist die Konzentration auf Deutschland als wichtigsten außerheimatlichen Markt eine begrüßenswerte Ausrichtung. In Verbindung mit dem beschlossenen Ausstieg aus der Atomenergie könnte VERBUND sich zum wichtigen strategischen Partner für Deutschland entwickeln. Über 40% des erzeugten Stroms wurde nach Deutschland exportiert.

Auszug aus dem Geschäftsbericht: Stromabsatz nach Ländern

Insgesamt bin ich von VERBUND weiterhin überzeugt. Der Strompreis kann zukünftig insgesamt nur steigen, spätestens wenn der Ölpreis anzieht. Unter diesen Umständen dürften auch die Finanzzahlen deutlich zulegen.

Fazit: VERBUND bleibt ein wichtiger Bestandteil meines Portfolios.

Samstag, 21. Februar 2015

Entscheidung für Verbund AG

Beim größten österreichischen Energieproduzenten Verbund AG bin ich seit dieser Woche (16.02.2015) nennenswert investiert. Zwischenzeitlich hatte ich eine kleinere Position, die ich dann wieder aufgelöst hatte. Bereits damals war ich von dem Unternehmen begeistert, doch so richtig "heiß" darauf wurde ich erst nach dem Ölpreissturz.

Zukunftsperspektive

Nachhaltigkeit. Das ist das Stichwort, welches mir sofort in den Sinn kommt, wenn ich an regenerative Energien denke. Man braucht kein Prophet zu sein, um zu der Erkenntnis zu gelangen, dass Länder die auf Kohle- oder Atom-Strom als ihre primäre Energiequelle gesetzt haben damit zukünftig nur Probleme bekommen werden. Schmutzig, gefährlich und unverantwortlich, das sind die Adjektive mit denen ich diese Art der Energiegewinnung umschreiben würde.

Österreich hat in der Vergangenheit richtig entschieden und sich komplett dem Strom aus Kernspaltung verschlossen. Fast der gesamte österreichische Haushalt wird mit "grüner" Energie versorgt. Verbund hält hier den größten Marktanteil und ist auch in Deutschland engagiert.

Bereits der Fokus auf Wasser- und Windkraft stimmt mich bei diesem Unternehmen sehr positiv. Doch es gibt ein noch viel gewichtigeres Kriterium, welches für Verbund spricht: Die Pumpspeicherwerke. Die Kapazitäten sind bereits jetzt beachtlich und sie investieren in diesem Segment weiterhin kräftig. Damit könnte Verbund zum Besitzer von größten Batterien Europas werden. Im Hinblick auf den AKW-Ausstieg in Deutschland und den damit verbundenem größer werdenden Anteil an schwankendem Öko-Strom kommt dieser Art der Energiespeicherung eine immense Bedeutung zu.

Das Prinzip ist relativ einfach und basiert auf Angebot und Nachfrage. Liegt ein Überangebot an Strom vor, so sinkt der Strompreis. Verbund kauft diesen ein und pumpt Wasser auf ein höheres Niveau in ein Pumpspeicherwerk. Steigt die Nachfrage und somit der Strompreis, so wird das Wasser wieder kontrolliert abgelassen und die Turbinen erzeugen durch die Strömung elektrischen Strom. 

Ein Praxisfall: Eine windige Nacht. Etliche Windräder laufen auf voller Leistung und erzeugen Strom, der weniger Abnehmer findet. Der Strompreis sinkt, Verbund kauft ihn ein und wandelt es in potentielle Energie um. Am kommenden Morgen lässt der Wind stark nach, über Windkraft wird deutlich weniger Strom erzeugt, wird aber von deutlich mehr Kunden nachgefragt. Der Strom wird teurer. Verbund gleicht den Engpass mittels der Wasserkraft aus und hat durch die Differenz aus Einkaufs- und Verkaufspreis zusätzliche Gewinne eingefahren. Eine Win-Win-Situation, sowohl für Verbund als auch für die Betreiber der Windparks, die ihre Anlagen deutlich mehr auslasten können und seltener vom Netz nehmen müssen. Ein vereinfachter Fall, der das immense Potential bestens beschreibt.

Die Zukunft wird immer mehr elektrisch. Der Verkehr dürfte in naher Zukunft zum hohen Anteil elektrisch abgewickelt werden, ob nun per Brennstoffzelle oder aus Batterien ist irrelevant. Mittelfristig wird man auch nicht drumherum kommen auch bei der Beheizung der Wohnräume von der fossilen Verbrennung auf elektrische Heizungen umzusteigen. In Gesamtheit wird die Nachfrage nach elektrischem Strom zukünftig höchstwahrscheinlich weiter zunehmen. Also beste Voraussetzung für Energieversorger, vorallem für nachhaltig aufgestellte.