Freitag, 13. Februar 2015

Entscheidung für Sony

Der japanische Elektronikkonzern Sony befindet sich bereits seit Dezember 2013 in meinem Depot. Der Einkaufspreis beläuft sich auf 12,75€. Die Gewichtung ist mittlerweile auf über 18% angewachsen, da sie aktuell mein Top-Performer, mit über 85% im Plus (Stand: 13.02.2015), ist.

Im Jahr 2013 sah es für Sony ziemlich düster aus. Mehrere Verlustquartale, Problemsektor Fernsehsparte, Problemsektor Vaio und immer neue Restrukturierungskosten haben dem Unternehmen ziemlich zugesetzt. Es gab zu dem Zeitpunkt nur wenig Positives zu lesen. Analysten toppten sich gegenseitig mit fallenden Zielkursen, das Votum war einstimmig: Sell.

Von der Informationslage her war es zu diesem Zeitpunkt nicht leicht in Sony mit gutem Gewissen zu investieren. Dennoch war ich damals überzeugt, dass es dem Management gelingen wird das Ruder umzureißen. Es sprachen einige Gründe dafür, allen voran war es die Wandlungsfähigkeit. Es ist dem Unternehmen in der Vergangenheit mehrfach gelungen durch Innovationen entweder einen neuen Markt zu erschaffen (Walkman) oder einen bestehenden Markt aufzumischen (Playstation). Der andere sehr gewichtige Grund war für mich der Markenwert. Rund um den Globus ist der Name bekannt und wird mit fortschrittlicher Technologie und Hochwertigkeit assoziiert. Auch konnte ich mir kaum vorstellen, dass die japanische Regierung eines ihrer Vorzeigeunternehmen und Image-Träger ohne weiteres eingehen lassen würde, wo sie doch ohnehin eine so lockere Geldpolitik betreiben. Es wäre jetzt reine Mutmaßung, aber so unwahrscheinlich ist es nicht, dass da günstige oder kostenlose regierungsnahe Kredite für die Sanierung verwendet wurden.

Als die Playstation 4 Ende 2013 auf den Markt kam, deutete es sich an, dass sie die Führung bei den Next-Gen-Konsolen übernehmen könnte. So ist es auch geschehen. Die PS4 hat sich bisher ungefähr doppelt so häufig verkauft als das Konkurrenzprodukt Xbox One (Stand Januar 2015). Über die genauen Gründe des Erfolgs kann man sich nur streiten, die Marken Sony und Playstation und deren Image dürften jedoch ihren Teil dazu beigetragen haben.

Eine sehr gute Quelle für nachhaltigen Cashflow sehe ich bei Playstation Plus. Es handelt sich dabei um ein Abo-Modell (ca. 5€ pro Monat) mit sehr lukrativen Vorteilen und Zugang zum Online-Multiplayer-Modus bei diversen Spielen. Eine kleine Milchmädchenrechnung: Nehmen wir mal an, in den nächsten 3 Jahren hat Sony 50 Millionen PS-Plus Mitglieder, dies würde einen Umsatz von 150 - 250 Millionen Euro pro Monat oder 1,8 - 3 Milliarden Euro pro Jahr —je nach Währungseffekten– generieren.

Die Smartphone-Sparte ist aktuell ein Verlustbringer. Hier soll zukünftig der Umsatz weiter fallen, dafür planen sie aber wieder profitabel zu werden. Die aktuelle Xperia Z3-Serie gehört für mich jedenfalls zu den attraktivsten Android-Smartphones auf dem Markt.

Außer bei Produkten für Endkunden ist Sony auch als Komponentenanbieter diverser elektronischer Bauteile gut aufgestellt. Die Kamerasensoren zum Beispiel gehören zu den Besten auf dem Markt und finden fast bei allen Konkurrenten in Smartphones Verwendung. Die Automobilbranche soll demnächst auch stärker fokussiert werden.

Nicht zu vergessen sind die Bereiche Musik, Filme und Finanzdienstleistungen, wo Sony schon seit Jahren stabile Gewinne einfährt.

Zukunftsaussichten

Aus der jetzigen Perspektive sind die nächsten 3-5 Jahre für Sony sehr positiv. Rückschläge sind zwar immer wieder möglich, doch der grundsätzliche Trend dürfte weiter nach oben zeigen.

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