Samstag, 7. Februar 2015

Entscheidung für AMD

Beim amerikanischem Halbleiterkonzern Advanced Micro Devices, kurz AMD, bin ich nun seit Januar 2014 investiert. Im vergangen Jahr gab es eine Menge Gelegenheiten die Position "günstig" zu erhöhen, was ich auch immer wieder tat. Gemischt bin ich nun bei einem Einstandskurs von 2,72€ angekommen und habe mittlerweile eine Gewichtung von ca. 14% des Depotwerts erreicht. Doch das sind alles nur Zahlen, die (bis auf mich) keinen sonderlich interessieren dürften.

Vielleicht etwas interessanter ist meine Überzeugung und Zukunftsperspektive auf AMD.

Überzeugung

Wir leben ganz Gewiss in einer digitalen Welt. Das Internet of Things ist in aller Munde. Immer mehr Geräte sind selbstverständlich mit dem Internet oder darüber miteinander vernetzt. Ein Markt von unvorstellbarer Größe ist in der Entstehung. Wir sind essentiell von der Informationstechnologie abhängig. Ein Unternehmen, welches schafft sich in möglichst vielen Geräten, mit Komponenten welcher Art auch immer, einzunisten wird zukünftig überdurchschnittliche Renditen erwirtschaften können.

Mögliche Zukunftsszenarien

Schlechtester Fall

AMD übergewichtet weiter den Consumer-Markt und versucht sich  mit seinen CPUs, APUs und GPUs gegen die übermächtige Konkurrenz aus Intel und Nvidea aufzustellen und eine Nische zu finden. Während es in der Semi-Custom-Sparte keine weiteren nennenswerten Zuwächse zu verzeichnen gibt.

Diesen Fall halte ich für den Schlechtesten, denn es würde bedeuten, dass AMD einfach weitermacht wie bisher. Wohin das geführt hat, lässt sich am Kurs einfach ablesen. Es bedürfe dann schon mehrerer Wunderknaben/Wunderknabinnen in der Entwicklungsabteilung, die trotz mehrer Kürzungen bessere Produkte als die Konkurrenz entwickeln könnten. Doch selbst wenn mehrere solcher Genies dort noch ansässig sind, ist die Gefahr der Fluktuation zur besser bezahlten Stelle bei Intel oder Nvidea groß; Patriotismus hin oder her.

Spekulativer Fall

Übernahmefantasien drängen sich unweigerlich auf, wenn der Wert eines Unternehmens über Jahre dahinschmilzt. Unter dieser Prämisse ist AMD schon längst ein Schnäppchen; Inklusive aller Schulden wäre es für ca. 4-8 Mrd. $ zu haben. Dennoch ist es bisher nicht geschehen. Doch Amazon hat einen Trend eingeläutet, als sie den kleinen CPU-Entwickler ANNAPURNA LABS ohne großes mediales Echo übernommen haben. Bei der Menge an Servern, die Amazon in seinen Rechenzentren betreibt, könnten sich für sie enorme Einsparpotenziale ergeben. Jetzt braucht man nur ein paar Takte weiterdenken und schon kommt man auf den ersten Kandidaten, der sich für AMD interessieren könnte: Google als ein weiterer Big-Player im Zukunftsmarkt Cloud. Schließlich werkelt AMD schon seit einigen Jahren an ARM-Prozessoren, die beim Einsatz in Servern Vorteile versprechen. Weitere mögliche Käufer könnten Apple oder Facebook sein. 

Wer auch immer, sollte es zu einer Übernahme kommen, so müsste es sich beim Käufer zwangsläufig um ein amerikanisches Unternehmen handeln. Der US-Regierung dürfte es ein Dorn im Auge sein, wenn solch eine Hoch-Technologie und ein Patent-Monster ins Ausland wandert.

Obwohl ich diesen Fall als spekulativ bezeichne, halte ich die Wahrscheinlichkeit dafür für ziemlich hoch. Auch die riesigen Barreserven von den Verdächtigen sprechen dafür.

Bestmöglicher Fall

Die immense Expertise von AMD, sowohl bei CPUs, GPUs als auch kombinierte APUs sind auf dem Markt einzigartig. Man muss anmerken, dass AMD ein Quasi-Monopol bei Next-Gen-Konsolen aufgebaut hat. Die erst vor kurzem gegründete Semi-Custom-Sparte könnte sich zur wahren Stärke des Unternehmens entwickeln. AMD muss es nur gelingen neue Märkte zu erschließen. Da wäre zum Beispiel die Automobilindustrie, dort tut sich demnächst ein riesiger Bedarf genau für solche Custom-Chips auf. Tesla hat hier vorgemacht, wie viel Computer in Zukunft in jedem Auto stecken wird. Das ehemalige Hauptgeschäft aus CPUs und GPUs für Consumer muss zurückgefahren werden bzw. die Abhängigkeit davon gesenkt werden. Es wird sicherlich nicht einfach diesen Spagat zwischen den knappen Mitteln und hohen Anforderungen zu schaffen. Doch hier gilt der Satz "Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit.".

Richtig, genau diesen Weg hat AMD bereits eingeschlagen und daher glaube ich, dass AMD in den kommenden Jahren der nachhaltige Turnaround gelingen wird.

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